Dammschnitt 


Eine Episiotomie, auch Dammschnitt genannt, wird während der Geburt durchgeführt, um ein Zerreißen und Überdehnen des mütterlichen Dammes zu verhindern und den Druck auf den kindlichen Kopf zu reduzieren.

Der Damm liegt zwischen Vagina und After und ist ein Teil des Beckenbodens bzw. der Beckenbodenmuskulatur.
Verständlicherweise fürchten viele schwangere Frauen einen Dammriss oder Dammschnitt. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch, um der Gebärenden Komplikationen zu ersparen, wird die Hebamme oder der Arzt während des Durchtritts des kindlichen Kopfes stets versuchen, den Damm so zu schützen, dass ein Dammriss nicht entstehen kann und/oder auch ein Dammschnitt vermieden wird. Dazu wird ein spezieller Handgriff angewendet, mit dem der Durchtritt des kindlichen Kopfes etwas abgebremst wird und der Damm durch vorsichtigen Gegendruck entlastet wird.

Leider reicht dieser Schutz nicht immer aus. Wenn die Situation es zwingend erforderlich macht, muss ein Dammschnitt durchgeführt werden. Diese Methode wird vor allem angewandt, wenn die mütterlichen Weichteile sehr straff und wenig nachgiebig sind, der kindliche Kopf verhältnismäßig groß ist oder die letzte Phase der Geburt beschleunigt werden muss. Auch bei einer Saugglocken- oder Zangengeburt, sowie der vaginalen Entbindung aus Steißlage ist ein Dammschnitt meistens unumgänglich. Vor der Geburt kann eine regelmäßige Damm-Massage dazu führen, dass die Elastizität des Dammes erhöht wird und ein Dammriss oder Dammschnitt verhindert wird.

Man unterscheidet verschiedene Schnittrichtungen. Die Schnitte sind zwischen 2 und 4 cm lang und werden nach Beendigung der Geburt in Lokalanästhesie oder unter der evtl. liegenden PDA genäht.

Es gibt drei Richtungen, in die der Dammschnitt durchgeführt werden kann:
Bei der medianen Episiotomie wird genau in der Mittellinie Richtung After geschnitten.
Die mediolaterale Episiotomie bedeutet eine Schnittführung von der Mitte aus in ca. 45 Grad Abweichung nach rechts oder links. Diese Schnittführung bringt den meisten Raumgewinn.

Die laterale Episiotomie (Schnittführung ca. zwei cm neben der Mittellinie nach rechts bzw. links), hat eine sehr schlechte Heilungstendenz. Diese Schnittführung wird daher heute nicht mehr angewendet.
Bei der vaginalen Geburt kann es erfahrungsgemäß zu kleineren Schürfverletzungen am Gebärmutterhals, an der Vagina und/oder am Damm kommen. Diese Wunden sind meist oberflächlich und verheilen ohne chirurgische Versorgung komplikationslos.