Verhütung

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Hier eine Auswahl aus den üblichen Verhütungsmethoden.




Natürliche Verhütung

Verhütungsmethode aber auch Kinderplanung

Die natürlichen Verhütungsmethoden verlangen ein großes Maß an Disziplin. Sie sollten Ihren Zyklus gut kennen, um die verschiedenen Methoden richtig anzuwenden.


Knaus Ogino Methode 

Nach der Knaus Ogino Methode können Frauen ihren voraussichtlichen Eisprung berechnen und somit die fruchtbare Zeit in ihrem Zyklus. Die fruchtbare Zeit ergibt sich nach dieser Methode vom 9. bis 17. Zyklustag. Der Pearl-Index der Knaus Ogino Methode liegt bei 15 bis 38, sie ist also ein sehr unsicheres Verhütungsverfahren. Die Methode kann auch bei einem Kinderwunsch angewendet werden, um den Empfängniszeitraum zu berechnen.


Temperaturmethode 

Die Messung der Körpertemperatur gibt Aufschluss über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage. Nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur leicht an. Die sicher fruchtbaren Tage sind die Tage des mittleren Temperaturanstiegs plus 2 Tage bzw. minus 5 Tage. Wichtig ist, dass täglich vor dem Aufstehen im Bett gemessen wird, es muss immer zur gleichen Tageszeit gemessen werden. Das Thermometer und die Stelle an der gemessen wird (oral, rektal etc.) sollten auch immer gleich sein.

Da aus diesen Faktoren große Unsicherheiten entstehen können, ist die Temperaturmethode kein sicheres Verhütungsverfahren. 



Coitus Interruptus 

Als Coitus Interruptus bezeichnet man den Geschlechtsverkehr, bei dem der Mann die Frau kurz vor der Ejakulation »verlässt«. 

Dabei ist darauf zu achten, dass auch danach kein Sperma in die Nähe der Vagina gelangt, etwa über die Hände. Auch diese Verhütungsmethode hat nur einen Pearl-Index von 25 bis 38. Schon vor dem eigentlichen Samenerguss, tritt vom Mann unbemerkt etwas Flüssigkeit aus, die befruchtungsfähige Spermien enthält. Dies reicht schon für eine Schwangerschaft aus.

 

02 Mechanische Verhütung

Kondom

Kondome werden aus hauchdünnem Gummi oder Latex hergestellt. Sie sind sehr reißfest und undurchlässig. 

Bei starker Kälte- oder Wärmeeinwirkung werden Kondome brüchig, im übrigen haben sie auch ein Ablaufdatum! Kondome haben einen Pearl-Index von 4 bis 9.

Bedingt wird dieser durch das Platzen oder Reißen des Kondoms oder durch die zusätzliche Anwendung von Cremes oder Ölen, welche die Sicherheit beeinträchtigen, da sie das Material angreifen. Kondome sind der einzige wirksame Schutz gegen HIV und andere Infektionskrankheiten, wobei HIV auch durch außergenitale Kontakte übertragen werden kann.

 




GyneFix (Kupferkette)

Die Kupferkette bietet als Weiterentwicklung der Kupferspirale Frauen jeden Alters eine moderne Verhütungsmethode ohne Hormone, die nicht in den natürlichen Zyklus eingreift. Sie wird wie eine konventionelle Spirale in die Gebärmutterhöhle eingeführt und sorgt für einen langfristigen und sicheren Verhütungsschutz. 

Die GyneFix Kupferkette ist das Intrauterinpessar, welches als Langzeitverhütung auch für junge Frauen geeignet ist, die noch nicht geboren haben. 

Die Einlage ist nahezu schmerzfrei mit entsprechender medikamentöser Vorbereitung möglich.

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Kupferspirale

Diese wird von Ihrem Frauenarzt in die Gebärmutterhöhle gelegt. Sie kann dort drei Jahre verbleiben. Die Spirale verhindert das Einnisten einer Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut, bei kupferhaltigen Spiralen wirken die abgegebenen Kupferionen zusätzlich empfängnisverhütend, sie haben eine schädigende Wirkung auf Spermien. Die Spirale hat einen Pearl-Index von 0,4 bis 1.

 




Diaphragma

Das Diaphragma, auch Scheidenpessar genannt, besteht wie das Kondom aus Latex. Es ist geformt wie eine halbrunde Kuppe, ist über einen Gummiring gespannt und hat einen Durchmesser von 6 bis 10 cm. Der Rand des Diaphragmas wird vor dem Geschlechtsverkehr mit einer spermienabtötenden Creme bestrichen, dann wird es in die Vagina eingeführt bis es den Muttermund verschließt und so das Eindringen von Spermien verhindert.

Ein Diaphragma muss von Ihrem Frauenarzt angepasst werden, da es in verschiedenen Größen erhältlich ist. Nach dem Geschlechtsverkehr muss es noch ungefähr acht Stunden in der Vagina bleiben, damit alle Spermien abgetötet sind, bevor Sie es entfernen. Das Diaphragma hat einen Pearl-Index von 4 bis 7.




Portiokappe

Eine Portiokappe besteht aus festerem Plastik oder Hartgummi. Sie wird über den Muttermund gestülpt und sitzt fester als ein Diaphragma. Durch diese Abdichtung können Spermien nicht eindringen. Auch die Portiokappe darf erst acht Stunden nach dem Geschlechtsverkehr entfernt werden. Da diese Verhütungsmethode nur einen Pearl-Index von 4 hat, sollte sie zusammen mit chemischen Verhütungsmitteln angewendet werden, um eine größere Sicherheit zu erreichen.


Hormonelle Verhütung

Verhütung mit Hormonpräparaten funktioniert durch Unterdrückung des Eisprungs und das Verhindern der Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut.

Pille

Die Einnahme jeder Pille, ob es Einphasen-, Zweiphasen- oder Dreiphasenpräparate sind, unterdrückt den Eisprung. Sie hemmt außerdem die Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut, so dass die Einnistung einer befruchteten Eizelle auch nicht möglich wäre. Weiterhin bewirkt das Gestagen der Pille, dass der Schleimpfropf vor dem Muttermund seine zähe Beschaffenheit behält und für Spermien undurchdringlich ist. Der Pearl-Index der Pille beträgt 0,3. Erbrechen, Durchfall oder Medikamente beeinträchtigen die Sicherheit. Ein Vorteil der Pille ist, dass durch den dauernden Empfängnisschutz ein spontanes Liebesleben möglich ist. Bei bestimmten Zusammensetzungen ist sie auch sehr wirksam gegen Akne.

Durch die dauerhafte Hormoneinnahme können aber auch unangenehme Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gewichtszunahme oder Libidoverlust auftreten. Ab zunehmendem Alter besteht bei Einnahme der Pille eine erhöhte Thrombosegefahr, die Pille ist also auch nicht geeignet für starke Raucherinnen und Übergewichtige.

 




Minipille 

Die Minipille ist eine reine Gestagentablette, die die Bedingungen für Befruchtung und Einnistung der Eizelle verschlechtert. Sie hat einen Pearl-Index von 1 bis 3. Die Minipille muss auf drei Stunden genau eingenommen werden und wird ununterbrochen, also ohne siebentägige Pause, eingenommen.

Für Frauen, die kein Östrogen vertragen, ist dies eine gute Alternative zur Pille.


 

3-Monats-Spritze

Durch die 3-Monats-Spritze wird das Heranreifen einer Eizelle verhindert. Sie enthält wie die Minipille ein Gestagenpräparat. Die Spritze wird meist in den Gesäßmuskel gesetzt. Aus dem Depot werden die Hormone langsam ins Blut freigesetzt. Diese Verhütungsmethode ist sehr zuverlässig, sie hat einen Pearl-Index von 1 bis 2. 

Ein Vorteil ist, dass ohne das Risiko eines Einnahmefehlers ein drei Monate anhaltender Verhütungsschutz besteht. Die Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei der Pille. Zu beachten ist, dass das Wiedereinsetzen des Eisprunges nach dem Absetzen bis zu einem Jahr dauern kann.

 




Hormonspirale

Die Hormonspirale wird vom Gynäkologen in die Gebärmutter eingesetzt und gibt jeden Tag kontinuierlich geringe Mengen des Gelbkörperhormons Levonorgestrel in die Gebärmutterhöhle ab. Dadurch verdickt sich der Schleimpfropf des Gebärmutterhalses und der monatliche Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verringert sich deutlich, weswegen sich eine Eizelle nicht einnisten kann.

Der Pearl-Index beträgt 0,2. Die Hormonspirale bietet einen Empfängnisschutz über drei bis fünf Jahre. Die Menstruation wird im Laufe der Zeit deutlich kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft. Viele Frauen sind über längere Zeit komplett blutungsfrei.

Es gibt ab März 2014 drei Hormonspiralen (besser: Intrauterinsysteme) auf dem deutschen Markt:

MIRENA: für Frauen, die langfristig verhüten möchten und deren Gebärmutter eine gewisse Mindestgröße hat (oft erst nach einer Schwangerschaft)

KYLEENA: ebenfalls für Frauen, die langfristig verhüten möchten, aber eine geringere Hormondosis möchten - auch für Frauen geeignet, die noch nie schwanger waren

JAYDESS: kleiner und mit noch weniger Hormondosis für junge Frauen und Frauen, die noch nie schwanger waren, geeignet.

Die Einlage ist nahezu schmerzfrei mit entsprechender medikamentöser Vorbereitung möglich.

 




Implanon – Verhütungsstäbchen

Implanon ist ein kleines, dünnes und flexibles Kunststoffstäbchen. Es wird auf der Innenseite des Oberarms direkt unter die Haut eingesetzt. Das Stäbchen enthält ein Gelbkörperhormon (Etonogestrel), das den Eisprung verhindert. Der Pearl-Index liegt unter 0,1, es ist also ein sehr sicheres Verhütungsmittel.

Implanon wird für drei Jahre eingesetzt, bei einem Kinderwunsch kann es jederzeit entfernt werden. Da es bei dem Verhütungsstäbchen gelegentlich zu Blutungsstörungen kommen kann, rät man zu einer vorherigen "Testphase" mit einer Minipille (s.o.).

 




Die Pille danach

Die Pille danach ist eigentlich kein Verhütungsmittel, sondern eine Notlösung!

Haben Sie während Ihrer fruchtbaren Tage mit einem Mann geschlafen oder ist Ihnen während des Geschlechtsverkehrs das Kondom zerrissen, können Sie mit der Pille danach eine Schwangerschaft verhindern. Innerhalb einer Woche kann durch eine kurzzeitige Hormonbehandlung eine Blutung ausgelöst werden, die das Einnisten einer eventuell befruchteten Eizelle verhindert, eine bestehende Schwangerschaft kann die Pille danach nicht verhindern.

Es gibt zwei verschiedene Präparate, die sich in der Sicherheit und in der Zeitspanne unterscheiden, in der noch eine Schwangerschaft verhindert werden kann.
Hierüber und über Risiken und Nebenwirkungen lassen Sie sich von Ihrem Arzt aufklären. In den meisten Fällen wird damit eine Schwangerschaft verhindert. Die Pille danach sollten Sie sich von Ihrem Frauenarzt verschreiben lassen. Sie sollte nicht als eigentliches Verhütungsmittel eingesetzt werden, sondern ist immer, wie schon gesagt, nur eine
Notlösung.


Chemische Verhütung

Chemische Verhütungsmittel töten Spermien ab und sind nicht so sicher wie andere Verhütungsmittel. In Form von Zäpfchen, Schaum oder Salben werden chemische Verhütungsmittel kurz vor dem Gechlechtsverkehr in die Vagina eingeführt.

Es gibt unterschiedliche Wirkungsweisen von chemischen Verhütungsmitteln. Manche töten Spermien ab, oder machen sie bewegungsunfähig.

Oder sie bilden eine zusätzliche Barriere gegen die Spermien. Die Mittel sind nicht sehr sicher, deshalb sollten sie in Verbindung mit einem Kondom (wenn sie das Material nicht angreifen), Diaphragma oder einer Portiokappe benutzt werden. Der Pearl-Index liegt bei nur 9 bis 25.



Sterilisation

Nur wenn Sie ganz sicher sind, dass Sie kein Kind (mehr) bekommen möchten. Eine sehr sichere Methode, die in den meisten Fällen aber nicht rückgängig gemacht werden kann. Eine sichere aber auch fast immer endgültige Verhütungsmethode.

Sterilisation der Frau

Die Sterilität einer Frau wird durch eine Eileiterunterbindung hergestellt. Der Eingriff wird meistens durch eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) vorgenommen.

Sterilisation des Mannes

Die Sterilisation eines Mannes wird Vasektomie genannt. Dabei werden die Samenleiter unterbunden und durchtrennt. Noch etwa drei Monate bleibt der sterilisierte Mann zeugungsfähig, da sich solange noch befruchtungsfähige Spermien im Gangsystem und in der Samenblase halten können. Die Vasektomie hat keine Auswirkung auf den Hormonhaushalt des Mannes, er kann seine Sexualität wie bisher ausleben. Durch die in der Prostata gebildete Flüssigkeit wird der Mann auch weiterhin während des Orgasmus ejakulieren.

Die Samenleiter können später mikrochirurgisch wiedervereinigt werden, je länger die Sterilisation zurück liegt, desto unwahrscheinlicher ist aber die Wiederherstellung der Fruchtbarkeit. Der Pearl-Index dieser Verhütungsmethode liegt bei 0,1 bis 0,3.

 


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